FANDOM


Dieser Artikel handelt über die Baureihe 1018/1118 oder der Deutschen Baureihe 118/218

Die Loks der Baureihe E 18, beziehungsweise: (DB-Baureihe 118 (ab 1968), DR-Baureihe 218 (ab 1970)) oder ÖBB 1018/1118 gehörten zu den schnellsten je gebauten Elektrolokomotiven der Deutschen Reichsbahn (DR), sowohl im Deutschen Reich als auch in der DDR. Sie erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h. Nur ihre Schwesterloks der Baureihe E 19, die für 180 km/h zugelassen waren, überflügelten diese Leistung.


GeschichteBearbeiten

Schon während des Baus der E 04 merkte die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, dass deren Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h den steigenden Geschwindigkeiten im schweren Schnellzugdienst nicht mehr gewachsen war. 1933 erhielt die AEG den Zuschlag für die Entwicklung einer Elektrolok für den schweren Schnellzugdienst mit einer Höchstgeschwindigkeit von über 120 km/h. Sie sollte fahrzeugtechnisch auf der E 17 und elektrisch auf der E 04 aufbauen. Zwei Jahre später wurden zwei Probelokomotiven ausgeliefert, gefolgt von einer ersten Serienlieferung. Vorbereitend für die Entwicklung der noch schnelleren E 19 unternahm die DRG 1935/36 Testfahrten auf der Strecke von München nach Stuttgart. Für ihr erreichtes Tempo von 165 km/h erhielt die E 18 22 1937 in Paris sogar den Grand Prix. 1939 bestellte die DR eine zweite Serie über weitere 48 Lokomotiven, die allerdings nie gebaut wurden. Vorsichtshalber erhielten die E 18 045 bis 053 jedoch schon dreistellige Nummern. Bis Kriegsbeginn konnten immerhin 53 Loks in Dienst gestellt werden.

Ursprünglich waren die Lokomotiven der Baureihe E 18 für den Fernverkehr von München nach Berlin vorgesehen. Ab dem 2. November 1942 beförderten sie so auch Züge über die Saalbahn, konnten jedoch nicht durchgängig zwischen München und Leipzig Hbf eingesetzt werden, da die Oberleitungskonstruktion in Mitteldeutschland eine andere als in Süddeutschland war. Eine Anpassung der mitteldeutschen Fahrdrahtbauart an die süddeutsche verhinderte der weitere Kriegsverlauf.

Eingesetzt wurden weitere Lokomotiven auch in Schlesien. Die sieben schlesischen Maschinen wurden 1945 vor der Roten Armee in Sicherheit gebracht und nach Bayern überführt.

Die BBÖ bestellten 1937 einige Lokomotiven nahezu baugleicher Bauart. Für Österreich wurde die deutsche E 18 für den Betrieb auf den steigungsreichen Strecken adaptiert. Sie erhielten verstärkte Transformatoren und die stärkeren Fahrmotoren der E 19. Die Getriebe wurden geringfügig kürzer übersetzt, so dass sich eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h ergab. Die Anfahrzugkraft und die Dauerleistung stiegen dadurch maßgeblich an. Die als BBÖ-Baureihe 1018 bezeichneten Maschinen waren damit die stärksten „18er“. Die österreichischen Lokomotiven wurden aufgrund der politischen Entwicklung ab 1939 an die DRG ausgeliefert und wurden als E 18 201 bis 208 eingereiht.

Die ÖBB ordnete die acht Lokomotiven der österreichischen Variante (E 18.2) als Baureihe 1018 ein. Die vormalige deutsche E 18 42 verblieb in Österreich und wurde als 1118.01 mit 150 km/h Höchstgeschwindigkeit eingereiht. Die ebenfalls für 150 km/h zugelassene 1018.101 entstand aus verwertbaren Resten der «deutschen» E 18 046 und der „österreichischen“ E 18 206, welche im Krieg schwer beschädigt worden war. Bis zur Indienststellung der 1042.5 waren die beiden Maschinen die schnellsten Loks in Österreich. Bei den ÖBB durchliefen die 1018er eine Reihe von Umbauten. Der sichtbarste Unterschied wurde durch den Umbau der Stirnfronten (zwei Windschutzscheiben und österreichische Spitzenlichter) erzielt. Auch der Hauptschalter und andere elektrische Komponenten wurden dem ÖBB-Standardprogramm angepasst. Die originalen Federtopfantriebe wurden durch Gummiparabelfedern ersetzt. Der Einsatz der Loks endete in den 1990er Jahren.

FarbvariantenBearbeiten

Die E 18 wurde im stählernen Blaugrau der Reichsbahnzeit ausgeliefert. Nach 1945 lackierten Bundes- und Reichsbahn (DDR) die Maschinen in blau oder grün. Nach 1975 wurden bei der DB drei Lokomotiven, nämlich die 118 013, die 118 028 und die 118 049, in ozeanblau/beige umlackiert. In Österreich liefen die 1018 und 1118 im kräftigen rot-orange.


LokomotivdatenBearbeiten

Im normalen Schnellzugdienst konnten die Maschinen 935-t-Schnellzüge in der Waagerechten mit 140 km/h, 990-t-Züge bei 5 Promille mit 100 km/h, 600-t-Züge bei 10 Promille mit 100 km/h und 360-t-Züge bei 20 Promille mit 75 km/h befördern. Die BR 118 hatte einen elektrischen Stellmotor für den Schaltwerksantrieb. Die Bedienung durch den Lokführer erfolgte im Gegensatz zu anderen Lokomotiven ihrer Epoche im Sitzen über einen Hebelfahrschalter, der außer den Stellungen für Schaltwerk «Auf» oder «Ab» zusätzlich die Stellungen «Schnell-Auf» oder «Schnell-Ab» besaß.


FahrzeugBearbeiten

Nummerierung: DRG E 18 01–53 DB 118 002–055

Anzahl: 55

Hersteller: AEG, Krupp

Baujahr(e): 1935−1939 1954−1955

Ausmusterung: 1984/1991

Achsformel: 1'Do'1'

Spurweite: 1.435 mm

Länge über Puffer: 16.920 mm

Dienstmasse: 108,5 t

Radsatzfahrmasse: 18,1 t

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

Stundenleistung: 3.040 kW

Dauerleistung: 2.840 kW

Anfahrzugkraft: 206 kN

Leistungskennziffer: 28,0 kW/t

Stromsystem: 15 kV 16 2/3 Hz AC

Stromübertragung: Oberleitung

Anzahl der Fahrmotoren: 4

Antrieb: Federtopf

Bauart Fahrstufenschalter: Nockenschaltwerk mit Zusatztrafo und Feinregler

Bremse: Druckluftbremse HikssbrmZ; zweiseitiges Abbremsen der Treib- und Laufachsen

Zugsicherung: Sifa/Indusi

Zugheizung: elektrisch


Siehe auchBearbeiten

Vorlage:Quelle Wikipedia

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.