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Die Heeresfeldbahnlokomotiven HF 130 C (Baureihe 2092) waren schmalspurige Diesellokomotiven der deutschen Heeresfeldbahn im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Kriegsende kamen sie in mehreren Staaten im zivilen Bahnbetrieb zum Einsatz.


GeschichteBearbeiten

Während des Zweiten Weltkrieges wurden rund 350 Heeresfeldbahnlokomotiven des Typs HF 130 C gebaut. Die ersten Planungen wurden bereits 1937 von Schwartzkopff durchgeführt. Mehrere Lokomotivhersteller, darunter Orenstein & Koppel, Jung, Deutz, Gmeinder, BMAG und Windhoff, waren am Bau dieser Maschinen beteiligt. Die Loks mit einer Spurweite von 600/750 mm (umspurbar) wurden bei Einführung der Kriegstypenreihe als kriegswichtig eingestuft und in dieser Typenreihe als Kriegsmotorlokomotive 3 (kurz KML 3) bezeichnet.

Nach 1945 waren insgesamt elf reparaturfähige Loks in Österreich verblieben, die sowohl auf der Pinzgauer Lokalbahn als auch auf der Steyrtalbahn hinterstellt waren. Die US-amerikanische Besatzungsmacht übergab die vier Loks, die auf der Steyrtalbahn vorgefunden worden waren, an die ÖBB; die übrigen verblieben bei Privatbahnen wie den Steiermärkischen Landesbahnen und Werksbahnen in Industriebetrieben. Alle vier Loks der ÖBB, die (bedingt durch Unterschiede in Motor- und Getriebebauart) in zwei Untergruppen eingeteilt wurden, wurden zwischen 1950 und 1951 aufgearbeitet und auf 760 mm umgespurt. Die beiden Gmeindner-Loks mit Deutz-Motor und Voith-Getriebe wurden als 2092.01 und 02, die beiden Windhoff-Loks mit Kämper-Motor und Trilokgetriebe wurden als 2092.101 und 102 bezeichnet. In beide Lokomotiven wurden nachträglich Druckluftbremsen eingebaut. 2092.01 und 02 erhielten eine Vakuumbremse für den Wagenzug. 1960 und 1962 wurden die Windhoff-Maschinen den beiden Gmeindner-Loks angeglichen und in 2092.03 und 04 umgezeichnet. 1963 und 1965 erhielten die Maschinen ein breiteres Führerhaus. 2092.01, 03 und 04 wurden wegen Motorschäden ausgemustert, da das Alter und mangelnder Bedarf eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr rechtfertigten.

Die Lokomotiven waren wegen ihrer niedrigen Bauartgeschwindigkeit hauptsächlich als Verschublokomotiven in den Anschlussbahnhöfen der Schmalspurbahnen an das Normalspurnetz eingesetzt. Dabei handelte es sich um die Bahnhöfe Bregenz-Vorkloster (Bregenzerwaldbahn), Gmünd (Waldviertler Schmalspurbahnen), Völkermarkt-Kühnsdorf (Vellachtalbahn), St. Pölten Alpenbahnhof (Mariazellerbahn) und Zell am See (Pinzgauer Lokalbahn). Als letzte Vertreterin dieser Baureihe mit dem breiten Führerhaus ist 2092.02 in Zell am See stationiert, diese wurde von der SLB mit dem Inventar der Pinzgauer Lokalbahn übernommen und als Vs 51 bezeichnet. Die Lok wird nach vier Jahren Abstellzeit für den Güterwagenverschub in Zell am See aufgearbeitet.

KonstruktionBearbeiten

Das Fahrwerk besteht aus einem Außenrahmen, in dem die drei gekuppelten Radsätze und die Blindwelle eingelagert sind. Der Rahmen stützt sich über Blattfedern auf den Radsätzen ab. Der Lokkasten besteht aus einem Endführerhaus und einem schmalen Motorvorbau, der von Umlaufblechen umgeben ist. An den Fahrzeugen sind Mittelpufferkupplungen angebracht.

AntriebBearbeiten

Im Motorvorbau befindet sich ein Viertakt-Dieselmotor von Deutz, der über ein Strömungsgetriebe von Voith über eine unter dem Führerhaus befindliche Blindwelle die Lokomotive antreibt. Die drei mittels Kuppelstangen verbundenen Achsen werden von der Blindwelle (in ihr ist ein Fahrtwender untergebracht) angetrieben. Die Steuerung des Motors erfolgt stufenlos durch Füllungsregelung. Alle Loks hatten ursprünglich eine Handspindelbremse.

FahrzeugBearbeiten

Nummerierung: ÖBB 2092.001, 002, 101, 102 Anzahl: 4 Hersteller: Orenstein & Koppel, Deutz, Gmeinder, Windhoff, Jung, BMAG

Achsformel: C

Spurweite: 600/750/760 mm

Länge über Kupplung: 5325 mm

Höhe: 2.600 mm

Breite: 1.650 mm

Gesamtradstand: 1800 mm

Dienstmasse: 16,5 t

Höchstgeschwindigkeit: 20 km/h

Installierte Leistung: Je nach Motorisierung zwischen 120 und 130 PS

Anfahrzugkraft: 49 kN

Treibraddurchmesser: 700 mm

Motorentyp: Deutz A6M 517, MWM S 117 S, Jung KS 130, Kälble G 125 S, Kämper 6 D 12

Motorbauart: 6-Zylinder-Reihenmotor

Nenndrehzahl: 1000–1500 U/min

Leistungsübertragung: hydrodynamisch


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