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ÖBBICE4011

ÖBB 4011 ICE am Linzer Hbf

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) kauften für den innerösterreichischen Verkehr zwischen Wien, Salzburg, Innsbruck und Bregenz sowie für den Verkehr zwischen Wien und München von der DB drei Stück der Baureihe 411 der ersten Bauserie (Baujahr 2001). Diese beiden Strecken werden seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 von den ICE-Zügen befahren. Keine der in Österreich befahrenen Strecken ist bisher für bogenschnelles Fahren oder für Geschwindigkeiten über 200 km/h ausgerüstet. Daher bleiben die Fahrzeitgewinne minimal.

Ab dem Fahrplanwechsel Ende 2007 wurde zwischen Frankfurt am Main und Wien ein Zwei-Stunden-Takt realisiert. Dazu haben die Deutsche Bahn und die ÖBB ein Joint Venture gebildet. Die Triebzüge 1102 und 1116 wurden 2006 für den Probebetrieb der ÖBB übergeben; im September 2006 wurden Lehrlokführer der ÖBB auf der Baureihe ausgebildet. Die ersten beiden Züge, die dauerhaft an die ÖBB übergeben worden waren (Triebzüge 1115 und 1116), wurden in 1191 und 1192 umnummeriert und mit seitlichen ÖBB-Logos versehen. Im Dezember 2007 wurde Triebzug 1114 in 1190 umbeschriftet und als letzte der drei geplanten Einheiten an die ÖBB übergeben.

Zur Betriebsaufnahme wurde ein Fahrzeugpool von zwölf Fahrzeugen gebildet. DB Fernverkehr bringt in die Kooperation darüber hinaus die Fahrzeuge 1101 bis 1105 sowie 1107 bis 1113 ein (Triebzug 1106 steht aufgrund schwerer Brandschäden nicht zur Verfügung). Seit 2008 werden auch diejenigen Triebzüge der zweiten Bauserie, die mit einem Restaurant nachgerüstet wurden, sukzessive für den Verkehr in Österreich zugelassen. Bis Ende 2009 soll dann die komplette zweite Bauserie ÖBB-tauglich ausgerüstet sein. Die restlichen nicht in die Schweiz verkehrenden Triebfahrzeuge der ersten Bauserie (1117, 1118, 1119, 1125-1132) sollen anschließend ebenfalls umgerüstet werden, damit eine freie Umlaufplanung gewährleistet werden wird. Eine Umrüstung der Züge der Baureihe 415 oder der schweiztauglichen Einheiten (118x) der Baureihe 411 ist nicht vorgesehen.

Insgesamt 50 Millionen Euro wurden in das Projekt investiert. Der Kaufpreis der drei Züge für die ÖBB liegt bei 47,5 Millionen Euro.

Für die Zulassung in Österreich waren einige technische Änderungen erforderlich:

  • Umrüstung der Signalleuchten: Spitzen- und Zugschluss werden (analog der 2. Bauserie des ICE-T) durch LED-Leuchten ersetzt
  • Anpassungen der Fahrzeugsoftware
  • an die Oberstromgrenzen der ÖBB (Begrenzung auf 600 A pro Zug, unabhängig vom eingesetzten Fahrdraht; bei Fahrdrahtspannungen unter 13 kV wird eine Oberstrombegrenzung wirksam; die Rückspeisung wird auf 500 A begrenzt)
  • Störströme: Zur Einhaltung der ÖBB-Vorgaben wird der Stromrichter mit einer 17- statt einer 9-fach-Taktung angesteuert
  • Ergänzung der Fahrzeugsoftware um eine DB-ÖBB-Systemumschaltung: Die Umschaltung erfolgt bei ausgelegtem Hauptschalter und Fahrschalter in Stellung 0 mittels Softkey auf dem MMI. Die rechtzeitige Umschaltung wird mittels eines im Stromrichterwagen installierten GPS-Empfängers überwacht.

Bevor die Züge der ÖBB zum Einsatz kamen, erhielten sie noch Änderungen, um das österreichische Behindertengleichstellungsgesetz zu erfüllen. Ebenfalls wurden Ski-Halterungen installiert.


FahrzeugBearbeiten

Nummerierung: 4011 1101-1105,4011 1107-1113,4011 1117-1119,4011 1125-1132,4011 1190-1192

Anzahl: 23

Hersteller: Siemens, Bombardier, Alstom

Achsformel: : 2'2'+ (1A)'(A1)'+ (1A)'(A1)'+ 2'2'+ (1A)'(A1)'+ (1A)'(A1)'+ 2'2'

Länge über Puffer: BR 411: 184,4 m

BR 415: 132,6 m

Höhe: bis 3910 mm

Breite: bis 2850 mm

Drehzapfenabstand: 19.000 mm

Radsatzfahrmasse: ca. 15,5 t

Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

Traktionsleistung: 4000 kW Dauerleistung: 4.000 kW

Anfahrzugkraft: 200 kN

Leistungskennziffer: 10,9 kW/t

Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz

Stromübertragung: zwei Stromabnehmer

Anzahl der Fahrmotoren: 8 Zugsicherung: Sifa, PZB 90, LZB 80/16; Züge für den Schweiz-Verkehr: ZUB262/121, Integra-Signum, Eurobalise

Kupplungstyp: Scharfenberg

Fußbodenhöhe: 1250 mm


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