FANDOM


LinzUrfahr2

ÖBB Baureihe 5022 beim Bahnhof Linz Urfahr

Walding5022

5022 bei Haltestelle Walding

Die Mühlkreisbahn ist eine normalspurige, eingleisige Nebenbahnstrecke der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und führt vom Bahnhof Linz Urfahr durch das nördlich der Donau gelegene Mühlviertel in Oberösterreich nach Aigen-Schlägl am Fuß des Böhmerwaldes. Zum Zweck des Bahnbaus wurde die Mühlkreisbahn-Gesellschaft in Urfahr gegründet.


Geschichte Bearbeiten

Die erste Diskussion über eine Bahnlinie in das Obere Mühlviertel fand 1869 statt. Damals wollten einflussreiche Persönlichkeiten eine Bahnlinie von Wels über Aschach nach Rohrbach, eine Oberösterreichische Nordbahn, errichten. Mit einer Pferdebahn von Landshaag über Ottensheim nach Urfahr sollte die Landeshauptstadt Linz angebunden werden. Die Wirtschaftskrise 1873 vereitelte diese Pläne.Im Jahr 1880 wurde dann die Linienführung ab Linz über Neufelden und Rohrbach nach Aigen diskutiert. Haslach sollte durch eine Stichstrecke angeschlossen werden. Die Orte Leonfelden und Haslach verweigerten die Zustimmung und wollten stattdessen die Verbindung vonüber das Rodltal, Zwettl, Leonfelden und Haslach nach Rohrbach verwirklichen. Die Regierung wollte ein billigeres Projekt realisieren, die Verbindung von Summerau (Summerauer Bahn) über Leonfelden und Haslach nach Aigen. 1882 wurde immer noch die Linienführung über Neufelden und Rohrbach bevorzugt und für diese Variante konnte mehr Kapital aufgetrieben werden als für die anderen Varianten.

Da sich die Linienführung über Neufelden durchsetzte wurde nur mehr die Anbindung der Bezirkshauptstadt Rohrbach diskutiert. Entweder folgte die Bahn der Großen Mühl über Haslach bis Aigen oder entlang des Froschbachs über Rohrbach. Letztlich wurde die so genannte Krennbach-Linie ausgeführt, die sowohl Haslach als auch Rohrbach notdürftig an die Bahnlinie anschloss.

LinzUrfahr

Bahnhof Linz Urfahr am 120en Geburtstag der Mühlkreisbahn

Nach Kundmachung des Gesetzes vom 29. April 1885, betreffend die Zugeständnisse und Bedingungen für den Bau der Mühlkreisbahn (Abänderungen 1888 sowie 1901), wurde am 6. Juni 1885 mit dem Bau der Bahn begonnen. Gleichzeitig wurde in Linz mit der Produktion von fünf Lokomotiven begonnen, welche auf die Namen Linz, Urfahr, Neufelden, Rohrbach und Aigen getauft wurden. Am 28. Juli 1886 erfolgte die Erteilung der Konzession zum Bau und Betrieb der normalspurigen Eisenbahn.

Die Eröffnungsfahrt fand am 17. Oktober 1888 vom Mühlkreisbahnhof aus statt. Ab 1. Mai 1901 führte die Staatsbahn den Betrieb im Auftrag der Gesellschaft, die im Mai 1942 verstaatlicht worden ist. Während die Personenzüge noch immer im Bahnhof Urfahr beginnen, der durch die Linzer Straßenbahn mit dem Hauptbahnhof verbunden ist, wurde für den Güterverkehr eine staatliche Verbindungsbahn zumam 14. November 1900 eröffnet. Die geplante Verlängerungen und der Anschluss an das deutsche Bahnnetz in Wegscheid und an das böhmische Bahnnetz in Salnau wurden infolge des Ersten Weltkrieges nicht verwirklicht.

StreckeBearbeiten

Km Bahnhof
0,0 Linz Urfahr
3,6 Puchenau
4,9 Puchenau West
6,5 Achleitnersiedlung
8,0 Dürnberg
9,4 Ottensheim
11,5 Walding
13,3 Rottenegg
18,2 Lacken
20,0 Gerling OÖ
26,4 Neuhaus-Niederwaldkirchen
28,8 Kleinzell
33,0 Neufelden
39,2 Iglmühle
43,6 Haslach
48,7 Rohrbach-Berg
51,8 Oepping
56,8 Schlägl
57,6 Aigen-Schlägl

Die 58 km lange Strecke beginnt im Bahnhof Linz Urfahr (vulgo „Mühlkreisbahnhof“) im Linzer Stadtteil Urfahr, führt zunächst an der Donau entlang und dann weiter landeinwärts in nordwestlicher Richtung über den „Saurüssel“ in das Tal der Großen Mühl. Im Saurüsselgraben beträgt die Adhässionssteigung 46‰. Um die Bezirkshauptstadt Rohrbach anzubinden, verlässt die Bahn das Tal eine Weile. Nach Überwindung einer Höhe von 627 m erreicht sie wieder das Tal und – nach einem Haltepunkt an der Prämonstratenserabtei Schlägl – den Endbahnhof Aigen-Schlägl in 565 m ü. A..

Kursbuchstrecke (ÖBB): 142

Streckennummer: 258 01

Streckenlänge: 57,784 km

Spurweite: 1435 mm (Normalspur)

Maximale Neigung: 46 ‰

Zwischen Bahnhof Linz Urfahr und Rottenegg gibt es eine Selbstbedienungsstrecke.


FahrplanBearbeiten

Überwiegend wird ein 2-Stunden-Takt angeboten. Die Symmetriezeit liegt etwa neun Minuten später als sonst üblich. Die Kreuzungen finden in Neuhaus-Niederwaldkirchen statt.

FahrzeugBearbeiten

Seit 2005 werden für den Personenverkehr vier Dieseltriebzüge der Reihe 5022 (Desiro) eingesetzt. Triebwagen der Reihe 5047 verkehren ebenfalls noch häufig, werden jedoch nach und nach ersetzt.

Für das an Werktagen außer Samstag verkehrende Güterzugpaar am Vormittag zwischen Linz Urfahr und Ottensheim werden Dieselloks der Baureihe 2016 eingesetzt. Zwischen Ottensheim und Aigen Schlägl wurde der Güterverkehr eingestellt.

Linz Urfahr Mühlkreisbahn

In Linz Urfahr liegen die Gleise der Mühlkreisbahn nur wenige Meter von den Häusern entfernt.

AusbaupläneBearbeiten

Nach der Errichtung bestanden Ausbaupläne in Richtung Bayern und Böhmen. 1909 begannen Detailplanungen für eine Streckenverbindung zur Bahn Budweis-Salnau (1892 errichtet) von Aigen über Schwarzbach und Stuben. Zusätzlich war noch eine Verlängerung bis Schwarzenberg und Verbindungen von Rohrbach nach Wegscheid und nach Obermühl, eine Linie Neufelden-Lembach-Hofkirchen und eine Anbindung über Aschach nach Wels geplant. Der Erste Weltkrieg und der Zerfall der Donaumonarchie verhinderten diese Pläne.

Aktuelle Ausbaupläne beschäftigen sich dagegen vor allem mit einer verbesserten Einbindung der Mühlkreisbahn in das Linzer Nahverkehrsnetz. Zwei Varianten, die Verlängerung als S-Bahn und die Umwandlung in eine Straßenbahn, sind im Gespräch.

Der Bau einer S-Bahn in Linz wurde erstmals 1992 angedacht.Die Ausbaupläne sehen die Errichtung einer S-Bahn zwischen dem Mühlkreisbahnhof und dem Hauptbahnhof mit Streckenführung über die Peuerbachstraße, die Hafenstraße, die Garnisonstraße und den Europaplatz vor.

OttensheimBhf

Der Bahnhof Ottensheim

Die zweite diskutierte Variante ist die von Verkehrslandesrat Erich Haider angeregte Umwandlung der Mühlkreisbahn in eine Überlandstraßenbahn. Die Strecke soll (großteils unterirdisch) durch das Stadtgebiet bis zum Hauptbahnhof weitergeführt werden.Konkrete Angaben zu dem Plan wurden nicht genannt.

TriviaBearbeiten

In Berg bei Rohrbach ist ein Museum zur Mühlkreisbahn mit der Präsentation der Geschichte von Bahnstationen der Mühlkreisbahn eingerichtet. Schmuckstück der Ausstellung ist die Lokomotive Aigen, die bis 1910 auf der Strecke eingesetzt wurde.

Am Samstag, dem 30. August 2008 brachten die ÖBB in Kooperation mit dem BSV Linzer Eisenbahner am Bahnhof Linz-Urfahr einen Sonderpoststempel zum 120jährigen Jubiläum heraus.


Vorlage:Quelle Wikipedia

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.