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Die Südbahn (auch Erzherzog Johann-Bahn) ist eine Hauptbahn in Österreich. Sie führt in Nord-Süd-Richtung von Wien über Niederösterreich und die Steiermark bis zur slowenischen Grenze nächst Spielfeld-Straß. Die Südbahn war zur Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie die Verbindung von Wien zum adriatischen Seehafen Triest. Die Österreichische Südbahn gehört zum Kernnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB).

Eine Zweigstrecke führt von Bruck an der Mur nach Leoben, wo diese an die Flügelstrecke der k.k. priv. Kronprinz Rudolf-Bahn (KRB), die über Kärnten an die italienische Grenze nächst Thörl-Maglern führt, anschließt. Diese Strecke von Bruck an der Mur bis an die Staatsgrenze wird heute als eine Einheit gesehen und gemeinhin ebenfalls als (Kärntner) Südbahn bezeichnet.

Im Gegensatz zu den meisten anderen österreichischen Bahnstrecken ist das Regelgleis auf der Südbahn links. Von Wien bis Payerbach-Reichenau wurde bereits auf Rechtsverkehr umgestellt. Auf der Flügelstrecke von Bruck an der Mur nach Leoben Hbf (und weiter bis Tarvisio Boscoverde besteht Rechtsfahren.

Dieser Artikel stammt aus dem Artikel Südbahn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.

StreckeBearbeiten

Kursbuchstrecke (ÖBB): 500, 501, 510, 600

Streckennummer: 105 01

Streckenlänge: 259,7 km

Spurweite: 1435 mm (Normalspur)

Stromsystem: 15 kV, 16,7 Hz ~

Maximale Neigung: 28,1 ‰

Minimaler Radius: 171 m

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Bau und GeschichteBearbeiten

Die Wien-Gloggnitzer Eisenbahn-Gesellschaft Bearbeiten

Bereits 1829 gab es die erste Idee einer Eisenbahnstrecke von Wien an die Adria. Franz Xaver Riepl schlug dafür eine Streckenführung über Bruck an der Leitha, Ungarisch Altenburg (Mosonmagyaróvár), Steinamanger (Szombathely), Marburg (Maribor) und Laibach (Ljubljana) nach Triest vor. Durch die östliche Streckenführung über Ungarn sollten die Ostalpen und der Semmering-Pass umgegangen werden.

Am Bahnbau von Wien in Richtung Ungarn ebenfalls interessiert war der Unternehmer Baron Georg Simon von Sina, um den Transport gegenüber der nur bedingt schiffbaren Donau zu verbessern. Daher beauftragte er Matthias Schönerer mit den Planungen für eine Eisenbahn von Wien über Schwechat und Bruck a. d. Leitha nach Raab (Györ) mit einem Abzweig nach Preßburg (Bratislava). Ebenso plante er eine weitere Strecke von Wien über Wiener Neustadt und Ödenburg nach Raab. 1836 beantragte Sina für diese Strecken die Bewilligung für Vorarbeiten beim Österreichischen Staat. Zur gleichen Zeit gab es auch in Triest Bestrebung für eine Bahnverbindung mit Wien. Sina verband dies mit seinen Plänen und stellte bei seinem Konzessionsgesuch für die genannten Strecken einen Weiterbau nach Triest und zum Ofenpass in Aussicht.

Am 2. Januar 1838 erhielt Sina dann eine vorläufige Baugenehmigung für die beantragten Bahnstrecken, aber kein ausschließliches Privileg. Daraufhin kam es am 20. März 1838 zur Gründung der Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft, von deren 12,5 Mio. Gulden Aktienkapitel 8,5 Mio. in der Hand Sinas waren. Die ursprüngliche angedachte Benennung in Kaiser-Ferdinand-Südbahn wurde vom Kaiser abgelehnt.

Im April 1839 wurden die Bauarbeiten im Abschnitt Baden–Wiener Neustadt begonnen, im August auf dem Abschnitt von Baden nach Wien. Am 15. Mai 1841 konnte dann der erste Abschnitt der späteren Südbahn zwischen Baden und Wiener Neustadt eröffnet werden. Die erste Lokomotive, die die Strecke befuhr, hieß nach ihrer Herkunft „PHILADELPHIA“. Heute erinnert noch die Philadelphiabrücke in Wien daran. Einen Tag später am 16. Mai 1841 folgte die Eröffnung des Streckenabschnitts Baden–Mödling, am 20. Juni des Jahres die restliche Strecke bis Wien. Auf diesem Abschnitt liegt auch der erste Eisenbahntunnel in Österreich, der Gumpoldskirchener Tunnel. End- bzw. Ausgangspunkt der Strecke war der Wien Gloggnitzer Bahnhof. Durch die Konkurrenz des Wiener Neustädter Kanals, der ebenfalls Sina gehörte, war das Güteraufkommen gering, dagegen entwickelte sich der Personenverkehr, vor allem der Ausflugsverkehr, positiv.

Noch im gleichen Jahr wurde die bestehende Bahnstrecke nach Gloggnitz verlängert. Am 24. Oktober 1841 konnte der Betrieb bis Neunkirchen aufgenommen werden, am 5. Mai 1842 bis Gloggnitz.

Da der Bahnbau nach Ungarn ins Stocken geraten war, wurde der Gesellschaft 1842 die Konzession für den Weiterbau nach Ungarn entzogen. Die Gesellschaft wurde in Wien-Gloggnitzer Eisenbahn-Gesellschaft umbenannt. Nach einem erneuten Konzessionsgesuch wurde Sina 1844 der Bau der Strecke Wien–Bruck sowie der Zweigstrecken Wiener Neustadt–Katzelsberg und Mödling–Laxenburg genehmigt.

Durch eine veränderte Wirtschaftspolitik machte der Österreichische Staat 1852 Gebrauch von seinem Übernahmerecht für die Strecke Wien–Gloggnitz und die Zweigbahnen nach Katzelsdorf und Laxenburg. Nach längeren Verhandlungen kam es am 30. August 1853 zum rechtsgültigen Vertrag. Die Strecken gingen damit in die Verwaltung der k.k. südlichen Staatsbahn über. Die verbliebene Gesellschaft benannte sich wieder in Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft um.

Die k.k. südliche StaatsbahnBearbeiten

Trotz der Sina in Aussicht gestellten Konzession zum Weiterbau der bestehenden Strecke von Gloggnitz nach Triest, nahm der Österreichische Staat den Bahnbau selbst in die Hand. Grund hierfür war eine veränderte Wirtschaftspolitik, die den wirtschaftlichen bedeutsamen Bahnbau nicht ausländischem Investorenkapital überlassen wollte. So begann die k.k. südliche Staatsbahn im August 1842 mit dem Bahnbau zwischen Mürzzuschlag und Graz unter der Leitung von Carl von Ghega. Dabei wurden erstmals in Europa Radien bis zu 280 m trassiert. Am 21. Oktober 1844 konnte der Betrieb von Mürzzuschlag bis Graz aufgenommen werden. Die Betriebsführung wurde dabei der Wien-Gloggnitzer Eisenbahn-Gesellschaft übertragen.

Im Jahr 1843 wurden die Bauarbeiten von Graz südwärts nach Cilli (Celje) durch die k.k. südliche Staatsbahn aufgenommen. Zum Streckenbau wurden hier vermehrt Kunstbauten notwendig. Die Eröffnung dieses Streckenabschnitts erfolgte am 2. Juni 1848. Mit der Eröffnung des letzten Teilstücks 1849 konnte man von Wien bis Laibach durchgehend mit dem Zug reisen mit Ausnahme des Semmerings, der noch mit der Postkutsche überwunden werden musste. Im August 1848 wurden am Semmering die Bauarbeiten begonnen. Am 15. Mai 1854 konnte der Zugbetrieb zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag aufgenommen werden. (→ Hauptartikel: Semmeringbahn)

Die k.k. priv. Südbahn-Gesellschaft Bearbeiten

Am 1. Mai 1851 übernahm die k.k. südliche Staatsbahn selbst die Betriebsführung zwischen Wien und Laibach. Am 23. Mai 1858 wurde sie an die k.k. privilegierte Südbahn-Gesellschaft verkauft, die den Betrieb bis zur Übernahme durch die BBÖ 1923 führte.

ElektrifizierungsdatenBearbeiten

  • 29. September 1956: Wien Südbahnhof – Gloggnitz
  • 28. September 1957: Gloggnitz – Payerbach-Reichenau
  • 29. Mai 1959: Payerbach-Reichenau – Mürzzuschlag
  • 24. Mai 1963: Mürzzuschlag – Bruck an der Mur
  • 22. Mai 1966: Bruck an der Mur – Graz Hbf
  • 29. Mai 1972: Graz Hbf – Spielfeld-Straß
  • 27. Mai 1977: Spielfeld Straß – Staatsgrenze n. Spielfeld-Straß (– Maribor) (3 kV Gleichstrom)

BetriebBearbeiten

PersonenverkehrBearbeiten

Die Südbahn wird im Fahrplan 2008/2009 im Stundentakt nach Graz und alle zwei Stunden nach Villach sowie Maribor bedient. Zusätzlich gibt es in Tagesrandlage Schnellverbindungen mit wenigen Aufenthalten. Zwischen Bruck an der Mur-Übelstein und Graz wird die Strecke auch von den Fernzügen aus Richtung Salzburg/Innsbruck befahren. Beim Fahrplanwechsel im Dezember 2008 kam es zu größeren Änderungen, so gibt es beispielsweise zwischen Wien und Graz einen Stundentakt und zusätzliche Aufenthalte in Kapfenberg. Die Züge nach Kärnten beziehungsweise Osttirol werden durch den Wegfall von Aufenthalten beschleunigt.

Im Nahverkehr verkehren zwischen Satov/Breclav, und Payerbach-Reichenau meist Doppelstockwendezüge, zusammen mit modernen Lokomotiven der Baureihe 1116. Da die Doppelstockwagen aufgrund von Profilüberschreitungen zwischen Payerbach-Reichenau und Mürzzuschlag nicht eingesetzt werden können, verkehren in diesem Abschnitt vorrangig Triebwagen der Baureihe 4020. Am Wochenende verkehren weiters Erlebniszüge der ÖBB ErlebnisBahn, gezogen von Nostalgielokomotiven. Im Bereich der S-Bahn Graz zwischen Bruck an der Mur und Spielfeld-Straß kommen größtenteils Wendezüge zusammen mit den Baureihen 1144 und 1116 sowie Triebwagen des Typs Talent zum Einsatz.

GüterverkehrBearbeiten

Die Güterzüge werden zwischen Mürzzuschlag Güterbahnhof und Gloggnitz aufgrund der Steigungen meistens nachgeschoben. Seit Sommer 2008 verkehren auch Güterzüge eines privaten Eisenbahnunternehmens auf der Südbahn. Die Firma Logistik- und Transport GmbH (LTE) fährt dreimal wöchentlich einen Kerosinzug zwischen Groß Schwechat und Koper, über den Grenzübergang Rosenbahn/Jesenice. Weiterhin befährt ein Containerzug derselben Firma an einigen Werktagen die Strecke zwischen Koper und dem Terminal in Kalsdorf.

ZukunftBearbeiten

Durch den in Planung befindlichen Semmeringbasistunnel soll die Kapazität der Südbahn bis zum Jahr 2016 erheblich gesteigert werden. Bereits im Bau befindet sich die Koralmbahn, die bis zum Jahr 2016 die Südbahn durch den Koralmtunnel mit Kärnten verbinden wird und eine Fahrzeit zwischen den Landeshauptstädten Graz und Klagenfurt von nur einer Stunde ermöglichen soll. Die Koralmbahn wird südlich von Graz von der Südbahn abzweigen und soll einen Tunnelbahnhof beim Flughafen Graz erhalten.

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