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Die Westbahn ist eine zweigleisige (teils viergleisige), elektrifizierte Hauptbahn in Österreich, welche ursprünglich durch die k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn erbaut und betrieben wurde. Sie führt in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg von Wien über Linz nach Salzburg und gehört zum Kernnetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Dieser Artikel stammt aus dem Artikel Westbahn aus der freien Enzyklopädie Wikipedia.

BahnhöfeBearbeiten

siehe Hauptseite: Bahnhöfe an der Westbahn

GeschichteBearbeiten

Die Strecke wurde am 15. Dezember 1858 von Wien Westbahnhof bis Linz eröffnet und war ab 1. August 1860 durchgehend bis Salzburg befahrbar. Die weiterführende Strecke bis München Hbf ging am 12. August 1860 in Betrieb.

Die Bahnstrecke wurde unter von der Gesellschaft k.k. privilegierte Kaiserin-Elisabeth-Bahn unter Hermann Dietrich Lindheim gebaut. Neben der Strecke Wien–Salzburg waren darin gleichfalls die Bahnstrecke Wels–Passau (1861), St. Valentin–Summerau–Budweis (1872) enthalten. Darüber hinaus mussten die Strecken Linz–Lambach–Gmunden und Linz–Budweis, die ehemalige Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden der k.k. privilegierte Erste Eisenbahngesellschaft als Schmalspurbahn übernommen werden(1857), die allerdings zumeist neu trassiert werden mussten. Die Kaiserin-Elisabeth-Bahn verwaltete noch zahlreiche andere Strecken, selbst heute sind noch vereinzelt Grenzsteine mit den Initialen K.E.B. anzutreffen. Der Name der Elisabethbahn wurde vom Publikum schlicht durch „Westbahn“ ersetzt

Bereits 1851 war in einem Staatsvertrag zwischen Bayern und Österreich eine Bahnverbindung vereinbart worden, 1858 wurde die Strecke Wien–Linz fertig gestellt. Die Strecke bis Salzburg wurde 1860 dem Verkehr übergeben. Die Fahrzeit von Wien nach Salzburg betrug anfangs neun Stunden. Bereits einige Wochen vor der offiziellen Eröffnung hatte Kaiserin Elisabeth die Strecke benutzt, um in ihre Heimat Bayern zu reisen. Bei der offiziellen Eröffnung am 12. August 1860 waren Kaiser Franz Joseph und König Maximilian II. von Bayern zugegen.

1884 wurde die Bahnstrecke in staatlichen Besitz übergeführt. Die Verlängerung der Bahnstrecke über österreichisches Gebiet, die Salzburg-Tiroler-Bahn („Giselabahn“) über Zell am See nach Wörgl (KEB seitt 1875) war ebenfalls in staatlicher Hand.

WienS-Bahn

Eine Westbahn Haltestelle bei Wien

Der zweigleisige Ausbau erfolgte 1901. Die Elektrifizierung der Strecke begann nach dem Ersten Weltkrieg von Westen her und konnte 1952 abgeschlossen werden.

Während der Zeit der Betriebsführung durch die Deutsche Reichsbahn wurden zahlreiche Erweiterungen und Ausbauten vorgenommen. So wurden die Betriebsausweichen Hutten und Ederbauer erbaut und in Wels ein neuer Verschiebebahnhof (rechts der Westbahn) errichtet. Ebenfalls wurde der Bau eines zweiten Verschiebebahnhofes in Wels begonnen (links der Westbahn), der jedoch durch das Kriegsende nicht mehr zur Ausführung gelangte. Der Sinn dieses Planes war, in Wels sowohl einen Verschiebebahnhof mit Rollrichtung West-Ost (heutiger Vbf) als auch einen in der Rollrichtung Ost-West (geplanter) zu erhalten. Der Verschiebebahnhof Linz Ost erfuhr durch die Gründung der „Hermann-Göring- Werke“ (heute voestalpine) eine großzügige Erweiterung.

Am 18. August 2004 stellte der ICE S im Streckenabschnitt zwischen Ybbs und Prinzersdorf bei Pöchlarn (Streckenkilometer 91) mit 305 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge in Österreich auf.

Im Jahr 2005 wurde im Verlauf des 4-gleisigen Ausbaues zwischen Ennsdorf und Enns eine Abzweigstelle Richtung Mauthausen errichtet, wodurch eine direkte Führung von Zügen aus Linz Richtung Donauuferbahn ermöglicht wird.

VerlaufBearbeiten

WestbahnhofWien

Hier beginnt die Westbahn am Wiener Westbahnhof

Die Strecke beginnt in Wien Westbahnhof und durchquert zunächst den Wienerwald. In St. Pölten zweigen Strecken nach Tulln und Krems sowie die Leobersdorfer Bahn ins Traisental ab. Zudem besteht ein Übergang zur schmalspurigen Mariazellerbahn.

Der weitere Verlauf führt durch das Alpenvorland über Pöchlarn (mit der Abzweigung der Strecke ins Erlauftal nach Kienberg-Gaming), Amstetten, St. Valentin (Abzweigung der Strecke ins Ennstal über Steyr und Selzthal nach Bischofshofen) und Enns nach Linz, wo die Strecken durch das Mühlviertel nach České Budějovice (Summerauer Bahn) und die Pyhrnbahn abzweigen. Weiters besteht in Linz ein Übergang zur Linzer Lokalbahn nach Eferding. Nach Linz trennt sich der Weg der Donau und der Westbahn. Während erstere von Norden her kommend nach Linz fließt, biegt die Westbahn nun nach Südwesten ab in Richtung Wels.

Im Welser Hauptbahnhof teilt sich die Westbahn in die Strecken nach Salzburg Hbf und Passau Hbf auf. Hier nimmt ebenfalls die Almtalbahn nach Grünau im Almtal ihren Ausgang. Der nächste Knotenpunkt ist Attnang-Puchheim, wo sie mit der von Stainach-Irdning nach Ried im Innkreis) führenden Salzkammergutbahn verknüpft ist. Über Straßwalchen, wo die Mattigtalbahn nach Braunau am Inn abzweigt, führt die Strecke weiter nach Salzburg Hauptbahnhof. Hier endet die Westbahn.


Kursbuchstrecke (ÖBB): 100 Wien WestbahnhofLinz Hauptbahnhof

101 Linz HauptbahnhofSalzburg Hauptbahnhof

110 Wien WestbahnhofSt. Pölten Hauptbahnhof


Streckennummer: 101 01, 101 02, 103 01, 123 01, 130 01

Streckenlänge: 312,2 km

Spurweite: 1435 mm (Normalspur)

Stromsystem: 15 kV / 16,7 Hz ~

Maximale Neigung: 13 ‰

Minimaler Radius: 247 m

Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h

SalzburgHbf

Salzburg Hbf hier endet die Westbahn

Wichtige AnschlusstellenBearbeiten

Innerösterreichische Fortsetzung nach WestösterreichBearbeiten

Die Westbahn findet ihre Fortsetzung in den Hauptstrecken Richtung Rosenheim („Deutsches Eck“ nach Innsbruck Hbf bzw. Richtung München Hbf) und in die Salzburg-Tiroler-Bahn (bzw. Giselabahn) über Zell am See und Wörgl Hauptbahnhof, wo sich die beiden Streckenäste über Rosenheim und Zell am See wieder treffen, Bahnstrecke Kufstein–Innsbruck (Unterinntalbahn) nach Innsbruck, und weiter Arlbergbahn (Innsbruck–Bludenz) nach Vorarlberg, sowie dort die Vorarlbergbahn (Bludenz–Feldkirch–Lindau und Feldkirch–Buchs SG)

Deutsches EckBearbeiten

Aufgrund der steilen und kurvenreichen Streckenführung der Salzburg-Tiroler-Bahn von Salzburg über Bischofshofen, Zell am See und Wörgl nach Innsbruck, wurden schon früh diese Züge über die flachere Strecke über Freilassing nach Rosenheim und von dort durch das Inntal nach Kufstein und Innsbruck als Korridorzüge gefahren. Allerdings war hierzu ein Kopfmachen im Bahnhof Rosenheim notwendig. Aus diesem Grund wurde auf Kosten der ÖBB im Jahr 1982 eine eingleisige Verbindungsstrecke, die Rosenheimer Schleife errichtet. So besteht eine direkte Verbindung zum Inntal (ab Kufstein). Tagesschnellzüge nach und von Westösterreich werden vorwiegend über die Rosenheimer Schleife geführt, da durch die um rund 90 Minuten kürzeren Fahrzeiten attraktive Reisezeiten angeboten werden können. Wichtige Güterzüge werden ebenfalls über das „Deutsche Eck“ geführt. Die bis in die 1990er Jahre verkehrenden Post-Schnellzüge befuhren gleichfalls die Rosenheimer Schleife. Derzeit verkehren fast alle Güterzüge in Ost-West Richtung über die Rosenheimer Schleife, darunter auch die 120 km/h schnellen BEX-Direktgüterzüge.

Strecke St. Valentin–Gaisbach/WartbergBearbeiten

1871 wurde von St. Valentin in NÖ ausgehend die Verbindungsbahn nach Budweis als Ersatz für die Pferdeeisenbahn von der KEB neu errichtet. Erst ein Jahr später wurde die Anbindung von Linz nach Gaisbach-Wartberg fertig gestellt. Auf Grund der politischen Veränderungen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg verlor die Strecke völlig an Bedeutung. 1956 wurde diese nach einem Autounfall – ein LKW beschädigte die einzige Straßenbrücke bei Ried in der Riedmark – eingestellt. Zeitzeugen berichten, dass bis in die späten 1960er Jahre noch Gleisteile erhalten blieben.

Bis in die 1960er Jahre wurden noch Züge im Schienenersatzverkehr angeboten. Im Jahr 2006 war die Trasse stellenweise noch durch einige wenige Einschnitte und Aufschüttungen in der Landschaft erkennbar. In überwiegenden Bereichen ist dem Wort entsprechend, tatsächlich Gras über die einstige Strecke gewachsen und der ehemalige Verlauf nur mehr zu erahnen. Die noch verbliebene Strecke von St. Valentin nach Mauthausen ist nunmehr – historisch nicht ganz korrekt – Bestandteil der Donauuferbahn. Der Streckenabschnitt zwischen Gaisbach-Wartberg (Wartberg ob der Aist) und Summerau wird heute der als Summerauerbahn bezeichneten Strecke Linz–Summerau zugeordnet.

BedeutungBearbeiten

Die Westbahn ist neben der Südbahn die Hauptader des österreichischen Bahnverkehrs. Durch die EU-Erweiterung nimmt ihre Bedeutung immer weiter zu. Nicht nur ein großer Teil des innerösterreichischen Bahnverkehrs erfolgt auf der Westbahnstrecke, die wichtigen Westverbindungen von Wien, unter anderen nach Berlin, Hamburg, Paris, Basel oder Zürich werden ebenfalls über die Westbahn befahren.

Zur Erhöhung der Kapazitäten erfolgt seit 1990 der Ausbau zu einer Hochleistungsstrecke einerseits durch Ausbau der Bestandsstrecke und andererseits durch viergleisigen Ausbau. Die Neubauabschnitte sind auf Grund zahlreicher Neubautunnel und Streckenbegradigungen für Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h projektiert. Diese Geschwindigkeiten könnten sowohl die seit dem Fahrplanwechsel 2006 in Österreich von Wien nach Frankfurt, München und Bregenz verkehrenden ICE-T als auch die ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 zwischen Budapest, Wien und München fahrenden „Railjet“-Züge voll ausnutzen. Der kurvenreiche und Gebirgsbahn ähnliche Abschnitt durch den Wienerwald wird durch eine Neubaustrecke durch das Tullnerfeld (Wienerwaldtunnel und Tunnelkette Perschling), welche bei St. Pölten wieder auf die alte Strecke trifft, umfahren. Diese soll bis zum Fahrplanwechsel Ende 2012 in Betrieb gehen und eine Fahrzeit von 25 Minuten zwischen den beiden Landeshauptstädten ermöglichen. Im Endausbau wird die Westbahn von Wien bis Wels Hbf viergleisig ausgebaut sein. Diese ist jedoch keine echte viergleisige Strecke, sondern vielmehr zwei zweigleisige Strecken, die an mehreren Punkten miteinander verknüpft sind.

Zwischen Straßwalchen und Salzburg (27 km) ist ein weiterer viergleisiger Ausbau geplant. Gegenwärtig werden verschiedene Trassenvarianten untersucht. Der Ausbau ist erforderlich, weil dieser Abschnitt zusätzlich von Zügen der Linie S2 der Salzburger Schnellbahn befahren wird.

Die Reisedauer von Wien nach Innsbruck beträgt gegenwärtig vier Stunden und 30 Minuten. Nach Abschluss der Ausbaumaßnahmen soll das so genannte „1-2-3-Schema“ verwirklicht werden, das heißt, die Fahrzeit von Wien nach Linz wird nur mehr eine Stunde, nach Salzburg zwei Stunden und nach München bzw. Innsbruck drei Stunden betragen.

Die Westbahn ist ein wichtiges Teilstück der TEN-Linie Paris–Bratislava/Budapest. Langfristig soll es in dieser Relation Direktverbindungen mit modernen Hochgeschwindigkeitstriebzügen geben.

Da der Wiener Westbahnhof ein Kopfbahnhof ist, müssen Züge in Richtung Osten (beispielsweise nach Budapest) im Westbahnhof gestürzt werden. Mit Fertigstellung des Lainzer Tunnels, der eine direkte Verbindung zu der im Bau befindlichen Trasse durch das Tullnerfeld herstellt, sollen diese Züge zum Wiener Hauptbahnhof geführt werden, der ebenfalls schon in Bau ist. Mit Fertigstellung des Wiener Hauptbahnhofs werden nach gegenwärtigen Planungen nur mehr wenige Fernreisezüge den Wiener Westbahnhof befahren.

In den Jahren vor dem Beitritt Österreichs zum Schengener Abkommen wurden von Salzburg Hbf nach Kufstein über das deutsche Eck über bayerisches Gebiet sogenannte Korridorzüge geführt, bei denen keine Pass- und Zollkontrollen durchgeführt wurden.

Die EuroNight Züge 246-247 werden über Bischofshofen - Zell am See geführt, da ansonsten die Zielbahnhöfe in Oberösterreich bzw. Tirol schon in den frühen Morgenstunden erreicht würden. Der Personalwechsel findet bei diesen Zügen in Salzburg Gnigl-Verschiebebahnhof statt. Vor einigen Jahren hatten die Züge im Bahnhof Salzburg Aigen einen Aufenthalt, der jedoch gestrichen wurde.

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